
Kurz bevor ich die Klinik verlassen sollte, habe ich mir viele Gedanken darüber gemacht, wie ich wieder im Job einsteigen soll. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen von jetzt auf gleich wieder 100% zu arbeiten. Meine Sorge war, dass mich das sofort wieder an den Punkt zurück bringt, an dem ich vor der Einweisung gewesen bin.
Ein paar Tage vor der Entlassung hatte ich ein Gespräch mit einer Sozialarbeiterin. In diesem Gespräch habe ich von der beruflichen Wiedereingliederung erfahren. Dieses Modell soll es Menschen nach einer längeren Krankschreibung erleichtern den Wiedereinstieg in den beruflichen Alltag zu finden.
Bevor man mit der beruflichen Wiedereingliederung beginnt, stellt man einen Plan für diese Zeit auf. Man legt fest über wie viele Wochen das ganze ablaufen soll und wie viele Stunden man in den einzelnen Wochen arbeitet. Anschließend wird dieser Plan noch mit dem Arbeitgeber abgeklärt.
Bei mir verlief der Wiedereinstieg über sechs Wochen. In den ersten drei Wochen habe ich mit 4 Stunden pro Tag gestartet. Die letzten drei Wochen waren es sechs Stunden am Tag.
Während der Phase der Wiedereingleiderung ist man weiterhin krank geschrieben. Dauert die gesamte Krankschreibung länger als 6 Wochen, zahlt die Krankenkasse ab der 7 Woche ein niedrigeres Krankengeld (ca. 70% des Brutto-Lohns; 90% des Netto-Lohns) für bis zu 78 Wochen.
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