
Präsentationen waren für mich schon immer eine besondere Herausforderung. Allein der Gedanke an einen bevorstehenden Vortrag reichte, damit mir schlecht wurde. Der Vortrag musste perfekt laufen: Du darfst dich nicht versprechen, und dir dürfen keine Fehler unterlaufen. Komischerweise haben genau diese Gedanken dazu geführt, dass zwangsläufig etwas schiefging. Mal habe ich mich versprochen, mal fehlte mir der Text. Das wäre eigentlich nicht schlimm gewesen, aber durch meine hohen Ansprüche waren die Auswirkungen auf mich erheblich. Jeder kleine Hänger wurde zum größten Problem der Welt.
Der Durchbruch kam Anfang 2025, als ich der gesamten Firma eine Idee vorgestellt habe.
Vorbereitung #
Etwa einen Monat vor dem Vortrag wurde ich gefragt, ob ich die Präsentation übernehmen möchte. Innerlich dachte ich mir: eigentlich überhaupt keine Lust. Da die Idee aber von mir kam und ich mich dafür verantwortlich fühlte, konnte ich nicht Nein sagen. Also erklärte ich mich bereit, und die Vorbereitung begann.
Jedes Mal, wenn ich an die Präsentation dachte oder mich darauf vorbereitete, hatte ich ein ungutes Gefühl. Was, wenn ich mich verspreche? Was, wenn ich die Idee nicht so rüberbringe, wie ich es möchte?
Tja, da muss ich jetzt durch!
Der große Tag #
Mit gemischten Gefühlen bin ich an dem Tag zur Arbeit gefahren, schließlich sollte ich vor ca. 60 Menschen präsentieren. Auf dem Weg bin ich immer wieder meinen Text durchgegangen und habe überlegt, was ich noch einfließen lassen könnte, um die Idee perfekt zu transportieren. Im Nachhinein war das wahrscheinlich nicht die beste Idee, denn so verstärkte sich der Stress nur.
Die Präsentation fand im Rahmen einer Projektwoche statt, bei der es unter anderem ums Netzwerken mit Kollegen gehen sollte. Deshalb gab es schon vor den Präsentationen einige Gespräche. Konzentrieren konnte ich mich darauf kaum, meine Gedanken waren die ganze Zeit bei meinem Vortrag.
Als ich endlich an der Reihe war, war ich bereits total gestresst. Die Situation war so mächtig, dass sie mich fast umgehauen hätte. Mein einziger Gedanke war, es einfach durchzuziehen, und genau das habe ich getan.
Was soll ich sagen: Niemand ist im Nachgang zu mir gekommen und hat gesagt, der Vortrag sei richtig beschissen gewesen. Alle meinten, ich hätte es super rübergebracht. In den Gesprächen am Mittag ging es vor allem darum, wie klasse die Idee ist und dass sie einen echten Mehrwert für das Unternehmen bringen kann, obwohl ich in der Präsentation ein oder zwei Hänger hatte.
Die Lektion, die ich damals gelernt habe: Es ist viel wichtiger, es einfach zu machen, als zu versuchen, es perfekt zu machen. Hätte ich die Präsentation nicht gehalten, wäre meine Idee vielleicht ganz untergegangen. Der ganze Druck und Stress, den ich mir vor Präsentationen gemacht habe, ist völlig unnötig, denn kein Mensch ist fehlerfrei.
Deshalb versuche ich seitdem, mit weniger Stress an Vorträge heranzugehen und jede Präsentation als Situation zu sehen, an der ich wachsen kann.
Auch heute bin ich vor einem Vortrag noch aufgeregt, aber es ist nicht mehr der lähmende Stress von damals, und Fehler nehme ich inzwischen mit einer gewissen Gelassenheit. Ich weiß heute, dass es nicht auf den perfekten Vortrag ankommt, sondern auf den Inhalt, der damit transportiert werden soll. Dabei ist es egal, ob mal ein oder zwei Fehler passieren.
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