
Als ich damals im Jahr 2022 mich gegenüber Freunden und Familie geöffnet habe, waren die Reaktionen darauf sehr positiv - Hilfsbereitschaft und Verständnis. Selbst bei meinem Arbeitgeber, reagierten die Kollegen, denen ich es erzählte, mit viel Verständnis. Mein Vorgesetzter meinte damals, ich solle mich immer melden, wenn mir irgendwas fehlt oder ich etwas benötige. Ich denke nicht, dass das Selbstverständlich ist. Deshalb bin ich hierfür sehr dankbar!
Die Botschaft ist sich zu trauen darüber zu sprechen. Tut man es nicht wird es früher oder später dazu führen, dass sich Mauern aufbauen, die man nur schwer wieder einreißen kann. Vielleicht werden manche Menschen nicht so reagieren wie man das erwartet. Allerdings werden die meisten Personen dir mit Verständnis entgegentreten.
Wenn es doch mal Menschen gibt, die sich nicht in dich hinein versetzen können dann ist der Grund nicht ungedingt der, dass sie dir etwas böses wollen. Ich habe über die Jahre gelernt, dass es zum einen daran liegt, dass es für jemanden ohne psychische Erkankung sehr schwer ist den Zustand zu verstehen in dem du dich gerade befindest. Wenn man die Erfahrung nicht am eigenen Leib gemacht hat ist es einfach nicht greifbar für eine Person mit anderer oder gar keiner psychischen Krankheit. Das geht nur indem man versucht den Zustand in dem man sich selbst befindet zu erklären. Mit der Zeit können die Menschen, mit denen du deine Erfahrungen teilst, sich besser in dich hinein versetzen.
Falls ihr die Erfahrung macht, dass sich Menschen von euch distanzieren, nachdem ihr ihnen von euren Problemen erzählt habt: Möglicherweise liegt es gar nicht an euch sondern vielleicht hat euer Gegenüber gerade selbst mit sich zu kämpfen und kann einfach noch nicht mit jemandem darüber reden. Deshalb ziehen sie sich zurück, da es für diese Person zu viel wäre mit sich und zusätzlich mit deinen Problemen umgehen zu können
Kommentare
Noch keine Kommentare. Schreib gerne den ersten.