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Kämpfend

Konfrontation - Ich stelle mich meinen beruflichen Stressauslösern

Planze steht für Wachstum

Wie ich bereits in einem anderen Beitrag geschrieben habe, bin ich aktuell wegen einer depressiven Phase krankgeschrieben. Der Auslöser dafür war, dass es in letzter Zeit einfach zu viel wurde, was die Aufgaben auf der Arbeit anging: meine eigenen Features umsetzen, andere Kollegen bei ihren Aufgaben betreuen und helfen, wenn jemand Hilfe mit bestehenden Features gebraucht hat.

Achtung

Das hier ist mein persönlicher Erfahrungsbericht und soll keine Anleitung zur Selbsttherapie sein.

Das alles hat zu einem Stresszustand geführt, der nicht länger tragbar war. Anfang September war ich für zwei Wochen im Urlaub. Normalerweise fällt der Stress in dieser Zeit ab, und ich bin wieder auf einem einigermaßen normalen Level. Diesmal war es anders. Schon am ersten Tag war ich zurück auf einem hohen Stresslevel. Ich habe alle paar Minuten meine Nachrichten gecheckt, damit ich ja nicht verpasse, wenn ein Kollege Hilfe braucht, konnte mich nicht auf den Software-Code konzentrieren und war pausenlos draußen, um zu rauchen.

Mir war zu dem Zeitpunkt bereits klar, dass es so nicht weitergehen kann. Deshalb habe ich meinen Vorgesetzten Bescheid gegeben, die mit viel Verständnis reagiert haben. Meinem Körper war das offenbar auch bewusst, und so bekam ich erstmal eine Erkältung. Jetzt bin ich seit Anfang Oktober krankgeschrieben, vorerst bis zum Monatsende. Doch wie soll ich das wieder in den Griff bekommen, wenn die Arbeit solche Emotionen in mir auslöst?

Meine Antwort darauf ist, mich dem Ort zu stellen. Deshalb bin ich gestern ins Büro gefahren, um die Situation zu spüren. Ich bin ehrlich: Schon am Morgen war ich wieder ziemlich unruhig, und ich kann nicht einmal genau sagen, warum. Es ist einfach eine undefinierte innere Unruhe. Sie hat immer weiter zugenommen, bis ich endlich im Büro angekommen war. Dort waren die ersten Minuten von Stress geprägt, so lange, bis ich mich hingesetzt habe, um mir meine Gedanken zu notieren.

❓Warum tue ich das? #

Mit der Zeit habe ich verstanden, dass selbst die beste Psychotherapie (egal ob ambulant oder stationär) die Arbeit an den eigenen Problemen in der konkreten Situation nicht ersetzen kann. Klar hilft es, darüber zu reden, aber es ist nochmal ein großer Unterschied, Gedanken & Emotionen direkt zu erleben.
Mein Ziel war es, durch diesen Schritt alles festzuhalten, was in mir hochkommt. Genau das habe ich getan, und während des Schreibens hatte ich das Gefühl, dass ein bisschen der Last abgefallen ist.

💡Meine Erkenntnisse #

Neben der Eingebung, dass ich das während meiner Krankheitsphase noch das ein oder andere Mal machen möchte, konnte ich einige Beobachtungen festhalten, die mir vorher im akuten Zustand nicht aufgefallen sind.

Die größte Erkenntnis betrifft meine eigene Überzeugung, was die Zeit im Büro angeht. Jahrelang ging es nur darum, den bestmöglichen Output in der kürzesten Zeit zu erbringen. Die Interaktion mit Kollegen sollte auf ein Minimum reduziert werden, um Unterbrechungen zu vermeiden. Das hat vielleicht während meiner Ausbildung ganz gut funktioniert, doch im richtigen beruflichen Alltag sind Gespräche ein MUSS – nicht nur, um berufliches Wissen auszutauschen. Außerdem führt das dazu, dass ich in meinen eigenen Gedanken lebe, was zwangsläufig zu Überlastung und damit zu schlechteren Ergebnissen führt.

Außerdem bin ich mir ziemlich sicher, dass ein Teil des Problems das jahrelange Versteckspiel ist. Immer zu versuchen, die Fassade aufrechtzuerhalten, damit niemand merkt, dass ich psychisch krank bin, kostet zusätzliche Energie. Das sollte sich mit dem LinkedIn-Beitrag vor zwei Jahren und jetzt mit diesem Blog erledigt haben. Wie sehr das zur Lösung beiträgt, wird sich in Zukunft zeigen.

Zuletzt denke ich, dass es wichtig ist, einen geplanten Tagesablauf zu haben. Bisher war es meistens so, dass ich morgens meinen Rechner angemacht und an den Aufgaben des Vortages weitergearbeitet habe. Das ging so lange, bis mich die Hilfsanfrage eines Kollegen aus meiner aktuellen Arbeit gerissen hat. In Zukunft ist es daher erforderlich, dass ich mir feste Zeitblöcke für solche Anfragen setze, in denen ich bei Bedarf anderen helfen kann. Außerdem wird es notwendig sein, auch mal Nein zu sagen.

Du möchtest mehr über Konfrontationstherapie erfahren? Besuche meinen Blogpost zu diesem Thema.

Abschließend lässt sich sagen, dass man Jahre des Stresses nicht in drei Wochen vollständig auflöst. Mit einem einmaligen Stellen der Situation ist es auch nicht getan. Dieser Bürobesuch war aber schon mal ein erster entscheidender Schritt, um zu erkennen, was bei mir den Stress auslöst. Ähnlich funktioniert das bei der Erhebung von Daten in einer Umfrage.
Der nächste Schritt ist, diese gesammelten Daten zu analysieren und anschließend entsprechende Lösungen zu entwickeln.

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Dies ist ein persönlicher Erfahrungsbericht und ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Beratung. Haftungsausschluss